Tee für Anfänger

August, 2016 | Claudia Stern

Tee für Anfänger

Schon Mal Tee getrunken? Ich meine nicht den Tee, den man trinkt, wenn man sich krank fühlt, nein, ich meine den Tee von der Pflanze Camelia sinensis oder Camelia assamica, Schwarztee, Grüner Tee oder einen Pu Erh. Noch nie, ist Ihre Antwort, oder Sie erzählen mir, dass Sie beim Schwarzteetrinken dann unter Verstopfung leiden oder Grüner Tee nach Heu schmeckt, dann kann ich nur sagen, versuchen Sie es noch einmal.

Nehmen Sie sich Zeit und gehen auf die spannende und exotische Reise der Tees. Sie werden vieles für sich entdecken, wie auf jeder Reise, und auch ein bisschen sich selber!

 

Sind Sie jetzt neugierig geworden, das ist gut so! Wenn Sie in die Welt der Tees eintauchen möchten, dann brauchen Sie einen gesunden Forschungsdrang und Geduld. Damit wir uns verstehen: ich rede hier nicht vom Beuteltee und auch nicht von dem erstbesten Tee den Sie im Supermarkt kaufen können. Gehen Sie in ein Teefachgeschäft und lassen Sie sich von den vielen Teesor-ten verführen, bekanntlich gibt es nicht nur einen Schwarztee oder einen Grünen Tee. Die Vielfalt, die die Natur hervorbringt, ist ein wahres Wunder. Kommt dann noch die Liebe bei der Verarbeitung der Teebauern hinzu, dann haben Sie ein Meisterwerk in der Hand, das genossen werden will.

 

Die Teesorten

Welchen Tee Sie auswählen sollen, ist Ihnen überlassen. Ich kenne Ihren Ge-schmack nicht, aber ich habe selber schon unzählige probiert und bin immer wieder von neuem überrascht, was es alles gibt.

 

Wenn ich ein bisschen von mir erzählen darf; meine Tee-Reise hat vor über dreissig Jahren begonnen. Damals war der Rauchtee, Lapsang Souchong aus China in, und wir haben ihn literweise getrunken.

Heute hat sich mein Geschmack verfeinert und ich frage mich morgens, wenn ich in die Küche komme und es um den ersten Tee des Tages geht, nach welchem mir der Sinn steht. Das kann ein Grüner Tee sein, ein Oolong oder auch ein Schwarztee mit Milch.

Hier noch eine kurze Erklärung: die Chinesen nennen unseren Schwarztee, ro-ter Tee, weil er in der Tasse mehr rot als schwarz aussieht und den Pu Erh wird oft schwarzer Tee genannt oder postfermentierter. (Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, dann gibt es mittlerweile schon unzählige Bücher und Internet-seiten, die genauer auf die Teesorten und deren Verarbeitung eingehen).

 

Das Teemachen

Nun zurück zu unserem Experiment mit der ersten Tasse Tee. Den Tee haben Sie nun gekauft, jetzt geht es um das Machen.

Wasser, je nach Teesorte heiss machen, Grüner Tee bis höchstens 80°, andere Tees können heisser sein, zum Teil bis 100°.

Hat das Wasser die Temperatur erreicht, giessen Sie es auf den Tee. Haben Sie eine Kanne? Das wäre am besten, denn darin hat der Tee Platz sich zu entfalten. Die Ziehdauer ist geschmacksabhängig. Die einen mögen es zart und fein, die anderen lieben den vollen kräftigen Geschmack. Guter Tee wird nur, wenn er zu heiss aufgegossen wird, bitter. Jetzt brauchen Sie ein Sieb um den Tee abzuseihen und dann können Sie Ihre erste Tasse Tee geniessen.

 

Sie brauchen für Ihre erste Tasse Tee

* Einen Tee nach Ihrer Wahl

* Eine Kanne, aus Ton, Glas oder Porzellan

* Ein Sieb

* Einen Wasserkocher, vielleicht sogar mit Temperaturanzeige

* Eine Tasse nach Ihrer Wahl

* Zucker, Milch und Zitrone sind optional, vor allem bei einem starken Schwarztee ist es manchmal angenehm, man hat einen Schluck Milch und Zucker parat.

 

Weiter geht die Tee-Reise

Nun, wie war Ihre erste Tasse Tee? Hat es Sie überzeugt, sind Sie begeistert und zufrieden?

Bitte, nicht gleich aufgeben, wenn es noch nicht so perfekt war, wie Sie es erwartet haben. Die Tee-Reise ist hier noch lange nicht zu Ende.

Jetzt geht es darum, Ihr Teesortiment aufzustocken. Nicht gleich acht oder zehn neue Tees auf einmal kaufen, aber drei bis vier dürfen es schon sein.

Wählen Sie aus dem Sortiment der verschiedenen Verarbeitungsweisen: Weis-ser Tee, Grüner Tee, Gelber Tee, (sehr schwierig guten zu bekommen), Oo-long, Schwarztee (roter), Pu Ehr.

 

Hier würde ich Ihnen empfehlen, langsam vorzugehen. Kaufen Sie nicht alle auf einmal, lieber jede Wochen einen neuen Tee entdecken und ihn zuerst richtig kennen lernen. Wenn Sie dann ein Sortiment zusammen haben, ist es schön, Gäste zu einem Afternoon Tea einzuladen. An einem solchen Tee Event können Sie Ihren Freunden von Ihren Teeerlebnis-sen erzählen, und dabei schon als kleiner Teemeister Teeempfehlungen abgeben.

Sie werden sehen, Ihre Gäste werden begeistert sein und gerne wieder kommen.

 

Gäste im Haus

Bevor Ihre Gäste kommen, überlegen Sie sich schon mal, welchen Tee zu Ihrem Gebäck oder den Sandwiches wohl passen würde.

 

Ist es Frühling und Sie servieren zum Tee leichtes Gebäck oder die berühmten Fingersandwiches dann wäre ein Grüner Tee oder ein frischer Oolong, der nach Frühlingsblumen riecht, genau der richtige.

 

Ist es Sommer, sollten Sie aus ihrem Schwarztee einen Eistee machen. Tee aufgiessen und lange ziehen lassen, Zitrone und Zucker dazu, den Sud mit Wasser verdünnen und kaltstellen.

Oder Sie entscheiden sich für den berühmten Tee aus Marokko, Grüner Tee, (Gunpowder Tee) mit frischer Minze im Glas serviert.

Dazu passen ein herrliches Grillfest oder einfach nur frisches, selbstgebacke-nes Brot und Oliven und Ziegenkäse vom Markt.

 

Im Herbst, wenn die Tage kälter werden und es schneller dunkel wird, hat man Lust auf Behaglichkeit und Wärme. Einen gerösteten Oolong, der nach dunk-lem Brot schmeckt und etwas Malziges hat, ist jetzt genau der richtige.

Dazu eine warme Suppe aus Saisongemüse mit feinen Käse serviert, ich würde hier einen Roquefort aus Frankreich empfehlen, und schon haben Sie einen unvergesslichen Augenblick der Freude und des Genusses.

 

Der Winter ist sicherlich die Schwarztee- und Masala Chai-Zeit. Jetzt geht es um die Wärme, die wir in uns behalten wollen. Die Tage sind kurz und dunkel, und draussen hat der Winter Einzug gehalten. Durch den Schwarztee, der innere Wärme produziert und die Gewürze, die Behaglichkeit symbolisieren, können wir den widerlichen Umständen da draussen trotzen.

Die beiden Tees eigenen sich hervorragend dazu. Vor allem der Chai mit sei-nen Gewürzen trägt dazu bei. Aber auch wer den Chai nicht so mag, ist mit einem kräftigen Schwarztee mit Milch und Zucker genau richtig. Die Variante auf der Skihütte bei einem offenen Kaminfeuer, wäre mit einem guten Schluck Whisky dazu.

Wählen Sie zu den Tees Stollen, oder Panettone, die kostbaren Kuchen zur Vorweihnachtszeit oder ein kräftiges Essen wie ein Raclette passen hervorragend dazu.

Die Tees helfen Ihnen auch, wenn es zu deftige wurde, bei der Verdauung.

 

Sie sehen, Tee kann man zu jeder Tages- und Jahreszeit trinken. Er passt immer und überall, deswegen liebe ich den Tee und seine Vielfalt.

 

Welches Geschirr wählen Sie?

Wie ich oben schon erwähnt habe, um eine Teekanne kommen Sie nicht her-um. Wenn Sie eine neue kaufen müssen, dann suchen Sie eine, die Ihnen wirk-lich gefällt. Die Schönheit des Geschirrs gehört ebenso zum Teetrinken wie der Tee selber.

Also, eine Kanne muss her. Wir, in unseren Breitengraden, bekommen schnell eine aus Glas oder Porzellan. Diese Kannen passen für alle Teesorten, also kei-ne schlechte Wahl.

Eine Ton-Kanne aus China ist schon was schönes und besonderes, hat aber zwei kleine Nachteile. Die eigentlichen Ton-Kannen sind für die chinesische Teezeremonie Gong fu cha gemacht und fassen höchstens 0.5 dl Wasser, und eine gute Kanne kann schnell sehr teuer werden, ich spreche hier von bis zu 3- oder 5hundert Euro.

Eine Glaskanne hat den Vorteil, dass Sie genau beobachten können, wann der Tee Ihre gewünschte Farbe hat. Es spricht viel dafür und Sie sind bei der Anschaffung lange nicht so teuer wie die Kannen aus China.

Andere Kannen kommen auch in Frage, aber die drei oben genannten Materialien eigen sich für alle Sorten von Tee, denn der Tee reagiert mit seiner Umgebung, sprich hier mit dem Porzellan, Ton oder Glas.

Das Sieb sollte aus Silber oder Edelstahl sein und sollte nicht rosten. Es gibt Sie-be aus Naturmaterialien wie kleine Kürbisse oder aus Bambus, die halten meisten nie sehr lange und können schnell unhygienisch werden.

 

Nun kommt die Tasse dazu und bitte, die Tasse ist genauso ein wichtiger Ge-genstand beim Teetrinken wie Tee und Kanne.

Soll es ein Mug sein, an der man sich morgens festhalten kann, oder lieber ein feines Tässchen mit Untertasse. Soll darauf ein edles Dekor sein oder ein schreiendes Gesicht, das sie morgens garantiert wach macht?

Ich liebe schönes Geschirr und im Laufe der Teetrinker-Zeit hat sich mein Geschmack auch ein bisschen verändert, vor allem die Farben, die ich momentan bevorzuge.

Ich finde es wichtig, dass die Tasse innen weiss ist. So haben Sie eine weitere Möglichkeit Ihren Tee optisch zu beurteilen, denn alle Sinne spielen beim Tee-trinken eine Rolle.

 

Damit der Tee lange geniessbar ist, sollten Sie sich eigens dafür Tee-Dosen an-schaffen. Am besten aus Blech oder Edelstahl, da sie kein Licht durchlassen und auch keinen eigenen Geruch abgeben.

Hier gibt es, wie bei den Kannen und beim Geschirr grosse Preisunterschiede. Es gibt die einfacheren für ein paar Euros, aber auch die ganz teuren mit Kirschenrinde verzierte, aus Japan, für über 200 Euro.

 

Keine Angst, Teetrinken muss keine Luxusangelegenheit sein. Was aber von hoher Qualität sein sollte ist der Tee. Alles andere ist eine Frage des eigenen Geschmackes und der eigenen Vorlieben und somit verhandelbar.

Denn, eine Tasse Tee, die überzeugt hat nur mit Ihnen zu tun. Geben Sie sich so dem Tee hin, dass er sich entfalten und sein volles Aroma zeigen kann.

Dazu brauchen Sie ein wenig Übung, ein wenig Geduld und viel Neugierde, mehr nicht.


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